Anna Ledermüller-Sommer – Yogalehrerin und Energetikerin

Was kann Yoga heute?

Was kann Yoga heute?

Der Advent 2021 beginnt im Zustand des Anti-Yoga, noch besonderer als voriges Jahr. Wir leben nicht nur in einem Lockdown, wir leben in einer gespaltenen Gesellschaft. Zu allem Überfluss ist eine neue Mutation des Virus dabei, die Welt zu erobern.

Kaum jemanden gelingt es zur Zeit, gelassen zu bleiben, im Frieden zu sein und nicht ins Urteilen zu gehen. Mitgefühl, Lebensfreude und andere positive Seinszustände scheinen uns abhanden zu kommen. Wir erleben unsere aktuelle Wirklichkeit als leidvoll.

Was sagt die Yoga-Philosophie dazu?

Das selbe wie sonst auch immer. Die aktuelle Pandemie zeigt bloß ganz deutlich die Grundlage unserer Probleme. Patanjali hat vor ungefähr 2000 Jahren (ein paar hundert Jahre auf oder ab) im Yoga Sutra ein Erklärungsmodell geliefert. Er bezeichnet die ganze menschliche Existenz grundlegend als leidvoll. Auch die angenehmen Elemente unserer Existenz, da ihr Fehlen von uns als unangenehm, sprich leidvoll, erlebt wird. Das Problem ist nicht, dass Angenehmes, Freudvolles in Unangenehmes, Leidvolles umschlagen kann. Das Grundproblem ist die uns fehlende Klarheit in Bezug auf unsere wahre Existenz.

Die erfahrungsbasierte Wissenschaft des Yoga tritt nun an als Retterin aus diesem uns angeborenen Dilemma an.

Diese Wissenschaft arbeitet an acht Aspekten mehr oder weniger gleichzeitig.

An Yama (dem Umgang mit anderen) und an Niyama (der Beziehung zu uns selbst). Beides hängt unmittelbar zusammen und für beides gibt es klare Empfehlungen, um diese Bereiche zu optimieren. Ja, Yoga ist permanentes Optimieren – bis zur Vollendung. Wer das nicht aushält, ist für Yoga nicht gemacht.

Asana – Körperhaltung: Wir haben heute unzählige davon (z.B.: Berg, Kobra, Kriegerin, Tigerin….) und jede hat ihr eigenes Energiemuster. Als Yoga vor tausenden Jahren geübt wurde, hieß Asana bloß soviel wie „der richtige Sitz für die Meditation“, stabil  und bequem.

Pranayama – Atemtechnik: Ein geniales Werkzeug, um den Verstand zu beruhigen und den Übenden mit Prana anzureichern. Auch in Kombination mit Körperhaltungen, Bandhas und Mudras höchst wirkungsvoll. Letztlich ist die Atemtechnik des Erleuchtungszustandes ein Atemstillstand. Er ergibt sich durch ein Stillstehen der Bewegungen des unruhigen Geistes und der Emotionen.

Die 4 Stufen der Meditation (Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi) – so schwer und so nötig für uns heutige Menschen im mentalen Overkill !  Ich fühle mich immer noch als Greenhorn in dieser Disziplin…

Der Weg zur Erleuchtung ist ein langer, Umwege inklusive. Doch lassen wir uns nicht abschrecken, gehen wir den Weg und setzten unsere Schritte, einen nach dem anderen. Der erste ist unumgänglich 😉