| Asanas in Wort und Bild |
| Die im folgenden gezeigten Asanas (=Körperübungen) sollen vermitteln, dass ein Asana immer in verschiedenen Schwierigkeitsgraden ausgeführt werden kann - je nach deinen körperlichen Möglichkeiten. Sie sollen auch zum Tun anregen, das heißt zum Erlernen bei einer Lehrerin oder einem Lehrer. Denn welche Übungen auf welche Weise für dich passen und welche du besser lassen solltest ( bei jedem Asana gibt es bestimmte Kontraindikationen), muss für dich persönlich herausgefunden werden. |
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| Im Allgemeinen lässt sich sagen: |
Jedes Asana ist Ausdruck für ein Prinzip der unzähligen Möglichkeiten des Seins auf unserem Planeten: Berg, Baum, Dreieck, Kobra, Tiger, Boot ...
Wenn dich eine Haltung besonders anspricht, ist es sinnvoll, sie einige Zeit lang täglich einzunehmen und das dahinterstehende Energiemuster wirken zu lassen. Asanas werden mit einer Ein- oder Ausatmung eingenommen und dann einige Atemzüge (bis zu 2 Minuten ) gehalten. Dann wird die Haltung aufgelöst und in einer entspannten Stellung gespürt, was diese Haltung im Inneren bewirkt. |
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| 1.) Asanas im Stehen |
Asanas im Stehen sind elementare Stellungen, die den Körper stärken und ihn geschmeidig machen. Als Beispiel dafür steht das Dreieck (Utthita Trikonasana), welches das Prinzip der Festigkeit verkörpert – stehend auf einer festen Basis , ausgerichtet nach und gleichsam gehalten von oben. „Auf dass dein Herz fest sei!“ – das Dreieck hinterlässt eine spürbare Wirkung im Herzzentrum.
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Hauptwirkungen:
• Es ist kräftigend – insbesondere für Fuß-, Bein-, Hüft-, Schulter- und Nackenmuskulatur.
• Die untere Wirbelsäule und die Bauchorgane werden vermehrt mit Blut versorgt und
belebt.
• Die Flankenatmung wird gefördert.
• Kreislauf und Stoffwechsel werden angeregt.
• Es führt zu einer gleichmäßigen Energieverteilung zwischen Armen, Rumpf und Beinen.
• Es schult den Gleichgewichtssinn und führt zu innerer Stabilität. |
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| 2.) Asanas im Sitzen |
| Als Beispiel zeige ich hier den Drehsitz (Ardha Matsyendrasana), der einem sagenhaften Begründer des Yoga, Matsyendra, gewidmet ist. Dazu gehört die Geschichte von Matsyendra, dem Fisch, der Gott Shiva dabei belauscht hat, wie er über die Geheimnisse des Yoga sprach, danach von Shiva in einen Gott (zum Herren der Fische) verwandelt wurde und das Wissen des Yoga verbreitete. „Munter wie ein Fisch im Wasser“ – Matsyendrasana führt zu mehr Vitalität, zu gesteigertem Wohlbefinden und wirkt vor allem aufs Herzzentrum. |
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Hauptwirkungen:
• Es ist entgiftend, da Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse angeregt werden.
• Die Beweglichkeit der gesamten Wirbelsäule, der Schultern und Hüftgelenke wird gefördert.
• Die Atmung wird verbessert.
• Die rumpfaufrichtende Muskulatur und die Halsmuskeln werden gestärkt.
• Seitliche Abweichungen der Wirbelsäule (Skoliose) werden reduziert.
• Die Wahrnehmung der beiden Körperseiten wird ausgeglichen. |
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| 3.) Asanas in bzw. aus der Bauchlage |
| Als Beispiel zeige ich die Kobra (Bhujangasana), die mit der Vorstellung einer Schlange unmittelbar vor dem Zustoßen verbunden ist – dem Prinzip der konzentrierten Kraft. Mit dem Gewahrwerden der inneren Stärke bekommt auch die spirituelle Entwicklung einen Kraftschub. Je nach Ausführung wirkt die Kobra mehr auf das zweite oder das dritte Energiezentrum entlang der Wirbelsäule. |
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Hauptwirkungen:
• Es aktiviert den ganzen Körper und wirkt wohltuend auf das Nervensystem.
• Es kräftigt die Rückenmuskulatur und hilft bei Problemen entlang der gesamten Wirbelsäule – von Bandscheibenschäden im Bereich der Lendenwirbel bis hinauf zu Rundrücken und Nackenschmerzen.
• Die Nieren und Nebennieren werden angeregt, die Verdauung verbessert.
• Die Brust wird voll gedehnt und die Atmung vertieft.
• In der Endposition werden Schilddrüse und Nebenschilddrüse angeregt und es kommt zu einer Regeneration des gesamten Systems. |
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| 4.) Asanas in bzw. aus der Rückenlage |
| Als Beispiel dafür siehst du den Fisch (Matsyasana), gewidmet dem Gott Vishnu (dem Erhalter der Schöpfung in der hinduistischen Trinität Brahma – Vishnu – Shiva). Vishnu steht in seiner Inkarnation als Fisch für die Erhaltung des Lebens in der Sintflutgeschichte des alten Indien. Vishnu rettete die Familie des ersten Menschen und die sieben Weisen vor der großen Flut, indem er ihr Schiff zog und durch die Wellen lenkte. Matsyasana wirkt hauptsächlich auf Herz-, Kehlkopf- und Stirnzentrum und beruhigt Atmung und Verstand, ein vertrauensvolles Gefühl des „Im-Leben-fließen“ macht sich breit. |
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Hauptwirkungen:
• Es kräftigt das Atemsystem, hilft bei Asthma, Bronchitis und chronischen Halserkrankungen
• Die Nierentätigkeit und Schilddrüsenfunktion werden angeregt
• Durch die Streckung im Bereich des Solarplexus, dem Angriffspunkt für verschiedene Ängste, wird hier geöffnet und das Vertrauen, das im Herzen sitzt, kann einströmen (da ist die Spürphase nach Ausführung der Übung besonders wichtig) |
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| 5.) Asanas in Umkehrhaltung |
| haben einen hohen Wert, sie fördern die Lebenshaltung des Nicht-Verhaftetseins und der ausgeglichenen Gelassenheit. Wie hilfreiche Eltern helfen sie mit am Gelingen unseres materiellen und spirituellen Lebens. Hier siehst du als Beispiel die Kerze (Salamba Sarvangasana), die „Mutter aller Asanas“, die im gesamten System für einen freudvollen, harmonischen Energiefluss sorgt und nahezu ein Allheilmittel ist. |
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Hauptwirkungen:
• Die Wirbelsäule wird gestärkt, der Nacken gestreckt und der untere Rücken entspannt.
• Das Asana erleichtert den Rückfluss des venösen Blutes und ist eine gute Hilfe bei geschwollenen Beinen und Venenproblemen aller Art.
• Organe, die Senkungsbeschwerden verursachen, werden wieder zurückgehoben.
• Der Brustkorb wird mit sauerstoffreichem Blut überflutet, Asthma und Bronchitis werden gelindert
• Es regt die Blutzirkulation an, so wirkt es vitalisierend auf alle Körperzellen.
• Es reguliert die Funktion der Schilddrüse und Nebenschilddrüse.
• Durch den Kinnverschluss in der Endposition wird der Blutfluss in den Kopf reguliert und die Gehirnnerven beruhigt – eine hervorragende Hilfe bei Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Stress und Nervosität. |
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| Abschließende Worte |
Alle Körperhaltungen sind von vielfältigem Nutzen und wirken auf allen drei Ebenen des menschlichen Seins. Die körperliche Beweglichkeit fördert auch die geistige. Nebenbei lernst du, deinen Verstand zu kontrollieren: durch die Konzentration auf die Haltung oder bestimmte Energiezentren lenkst du deinen Verstand. Du bist nicht mehr einem unruhigen Geist ausgeliefert, sondern du bestimmst, was du denkst. Diese Fähigkeit ist notwendig, um im Yoga und auch im täglichen Leben zur Meisterschaft zu gelangen. Körperhaltungen sind nur ein Teil des achtteiligen Yogaweges. Für uns Menschen im Westen ist das Beginnen mit körperlichem Yoga ein guter Anfang. Das Interesse am spirituellen Yoga erwacht von allein. Bei wem auch immer du Yoga lernst, achte darauf, dass du dich selbst nicht überforderst und dass in der Gruppe ein Klima herrscht, in dem du liebevoll bei dir und deiner eigenen Entwicklung bleiben kannst.
Om shanti, shanti, shanti |
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